Die Kirche von Dobra
Vor der ersten urkundlichen Erwähnung im 13. Jahrhundert war Dobra
bereits ein fester Siedlungsort. Ob zu diesem Zeitpunkt bereits eine Kirche
vorhanden war, ist zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr nachzuvollziehen.
Die Kirche ist in dem heutigem Stil bereits vor dem 15. Jahrhundert entstanden.
Einst als katholische Kirche gebaut, mit Reformation evangelisch geworden,
behielt sie ihre Inneneinrichtung und wurde trotz der Reformationszeit nicht
zerstört. Die Kirche war damals schon Eigentum des Ortes Dobra und nicht
der Kirchengemeinde.
Die Kirche um 1900
Bei der Kirche handelt es sich um einen spätgotischen Putzbau.
Das Kirchenschiff ist nach Osten ausgerichtet. Fenster wurden
nur in die Ost- und Südseite eingesetzt. Richtung Norden wurden keine
Fenster gebaut, da die Nordseite das Dunkle und Böse darstellte.
Im Westen wurde auf die starke Ummauerung ein hölzerner Kirchturm
mit zwei Glocken aufgesetzt. Die kleine Glocke stammt aus dem Jahre 1520 und
die große Glocke aus dem Jahre 1560.
Im Mittelalter bot die Kirche durch die massive Bauweise in Gefahrensituationen
einen Schutz. Noch heute ist im inneren ein 3-teiliger Klappaltar aus dem Jahre
1510 vorhanden. An der Rückseite der beiden Flügel befindet sich
ein Gemälde.
Ein Schrank aus dem Jahre 1543 schmückt den Innenraum. Man vermutet,
dass größere Kreuz auf dem Altar könnte aus romanischer Zeit
stammen.
Kurz vor Kriegsende im Jahre 1943 wurde die große Glocke zum Einschmelzen
für die Kriegsproduktion entfernt, aber nicht zerstört.
Sie landete im Hamburg und wurde bei Kriegsende ins Hafenbecken versenkt.
Bei Aufräumungsarbeiten kam die Glocke wieder zum Vorschein und fand
Dank des damaligen Pfr. G. A. Schulze und der Innschrift, den Weg nach Dobra
zurück.
Früher befand sich die letzte Ruhestätte für die Bewohner des Dorfes auf dem Gelände um die Kirche. Die letzte Beisetzung erfolgte 1933.
Bei der Trockenlegung des Mauerwerkes durch die Arbeitsgruppe
"Junger
Historiker" aus Bad Liebenwerda, fand man 1979 am Eingang der Kirche
einen Grabstein aus dem Jahre 1568. Diese Arbeit wurde unter Anleitung des
damaligen Museumsdirektor und Einwohner Dobras, Herrn Georg Kuhlins durchgeführt.
Glücklicherweise wurde der Grabstein mit der Gravur nach unten eingegraben,
so das ein großer Teil der Schriftzüge erhalten blieb. Der Grabstein
wurde sorgfältig geborgen und befindet sich heute in der Kirche.
Anfang der 90er Jahre wurde unsere Dorfkirche von außen gründlich
überholt.
1996 wurden beide Glocken zur Restauration nach Nördlingen bei Nürnberg
gebracht. Zu Weihnachten 1996 wurden die Glocken eingeläutet.
Dobra erhielt gleichzeitig eine automatische Glockenläuteanlage. Heute
wird täglich um 12.00 Uhr und 18.00 Uhr, sowie zu besonderen Anlässen
geläutet.
Die Kirche von innen
Die Kirche von heute
Die Kirche- bereits vor dem 15.Jh. erbaut.
